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Stadt der Kinder.
In der TurnhalleBeim Dreh


Artikel aus dem stadtkultur magazin Nr. 3, S. 23, Januar 2008
"Welche Szene hat dir beim Dreh am besten gefallen?" Die zehnjährige Miriam ist sich sofort sicher: als Marie und Alex in der Turnhalle gesagt haben: "Ich mag dich". Kichern und grinsen im Hintergrund. Ja, finden die meisten Kinder aus der 5c des Gymnasiums Osterbek, die Liebesszene der Romanverfilmung "Stadt der Kinder", die in Kooperation mit dem Bramfelder Kulturladen umgesetzt wurde, war die Beste.
Zum 2. Mal drehten die Kinder einer 5. Klasse des Gymnasiums Osterbek in Kooperation mit dem Bramfelder Kulturladen einen Kurzfilm. Seit 2006 gibt es ein Kooperationsabkommen zwischen dem Gymnasium und dem Stadtteilkulturzentrum: Jedes Jahr in den letzten Wochen vor den Sommerferien soll ein Film auf der Grundlage eines Buches, das die Kinder vorher im Deutschunterricht gelesen und bearbeitet haben, gedreht werden. Alle Rahmenbedingungen und Teile der Finanzierung sind in einem Kooperationsvertrag festgehalten. Der Bramfelder Kulturladen stellt die Kontakte zu den Medienpädagog/innen her, kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Schule um Anträge für die Finanzierung und beteiligt sich an der Organisation. Durchgeführt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit von Lehrer/innen und Medienpädagog/innen.
Das beliebte Jugendbuch „Stadt der Kinder“ bildete 2007 die Grundlage für die Filmproduktion. Dank der finanziellen Förderung durch die PwC-Stiftung startete das Projekt mit einer Autorenlesung in der Schule. Die Kinder waren auf das Treffen mit dem Autoren Andreas Schlüter gut vorbereitet. Sie interessierten sich sowohl für Details der Geschichte als auch für die Arbeit des Schriftstellers. Für die Arbeit am Drehbuch war diese intensive Beschäftigung mit der Geschichte eine sehr gute Vorbereitung.
Nachdem das Drehbuch geschrieben war, begann das Schauspieltraining mit Körperarbeit, Rollenstudium, Textsprechen, Spielen vor der Kamera und abschließendem Casting. Die Dreharbeiten bildeten den Höhepunkt: Gedreht wurde in Hagenbecks Tierpark, im Einkaufszentrum in Steilshoop, auf dem Vordach der Schule und im Hamburger Rathaus. Die Präsentation des Films fand dann für Eltern, Freunde und Bekannte kurz vor den Sommerferien im Kulturladen statt.
Die Liebeserklärung der beiden Protagonist/innen spielt in der literarischen Vorlage eigentlich nur eine ganz kleine Rolle. Für die Zehnjährigen war die Szene jedoch so wichtig, dass sie den Streichungen für die Drehbuchfassung nicht zum Opfer fiel. Bei der Szene, in der alle Kinder im Schlafsack auf Matten in der Turnhalle schlafen und sich die beiden Hauptdarsteller/innen flüsternd ihre Liebe gestehen, bekommt man eine Gänsehaut. Nicht nur weil das Spiel ergreifend ist, sondern weil die 25 Schauspieler/innen so ernst an diese Szene herangehen: Ohne albern zu werden, hoch konzentriert.

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